Stageflaschen

Modifizierter Originaltext/Bilder von Wilke Reints

StageflascheSinn & Zweck von Stageflaschen

"Stages" bzw. Stageflaschen ermöglichen es einem Taucher mehrere Flaschen und damit einen grösseren Vorrat an Atemgas mitzuführen. Das verwendete Atemgas wird bei der Verwendung von zusätzlichen Flaschen, den so genannten Stages, dem jeweils geplantem Tauchgangprofil angepasst. Wird in einer Stage ein Atemgas mitgeführt, welches während der Grundzeit geatmet wird, spricht man von einem "Bottom Gas" dementsprechend einer Bottom-Stage - wird das Gemisch zur Verkürzung der Dekompressionszeit eingesetzt spricht man von einem "Deko Gas" beziehungsweise einer Deko-Stage. In einer Deko-Stage wird normalerweise ein Gas mit höherem Sauerstoffanteil mitgeführt.

 

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Flaschenventile

Sauerstoff-Ventile sind bei Stages nur hinderlich. Entweder bedarf es ein Adapter um einen G5/8“ (DIN) Automaten zu verwenden. Verwendet einen Sauerstoff Atemregler mit entsprechendem Gewinde, hat man das Problem, dass dieser Automat sowohl unter als auch über Wasser nicht als Reserveautomat für die eigene oder die Ausrüstung des Partners verwendet werden kann. Dies ist als wichtiger Sicherheitsaspekt zu betrachten.

Flaschenmaterial

Aluminium Flaschen verhalten sich weitestgehend gewichtsneutral, und „belasten“ die Wasserlage des Tauchers nicht. Sie sind für technische Taucher mit Ausnahme von Höhlen mit sehr starkem Durchfluss empfohlen.

Stahl-Stages sind ungeeignet für technische Tauchgänge. Das (nicht unerhebliche) Gewicht von zusätzlichen Stahlflaschen verhindert eine gute, horizontale Wasserlage des Tauchers und verursacht einen ungewollten Abtrieb. Um diesem hohen Abtrieb entgegen zu wirken muss folglich ein grösseres Wing her. Da aber bei einem Ausfall des Wings der Trockentauchanzug als Auftrieb nicht ausreicht und man die Flaschen auch nicht abwerfen kann, da sie i.d.R. das lebenswichtige Dekogas enthalten, muss ein redundantes Wing eingesetzt werden. Mit andern Worten – der Einsatz von Stahlflaschen erfordert den Einsatz weiterer Materialien, die unter Wasser bedient werden müssen. Stahlflaschen sind dafür verantwortlich, dass die gesamte Konfiguration komplexer, unhandlicher und gefährlicher wird.

Flaschengrössen

Als Flaschengrössen haben sich:

  • 40 cuft
  • 7 Liter
  • 10 Liter
  • 80 cuft

Flaschen durchgesetzt. Alle zu verwendenden O-Ringe müssen sauerstofftauglich sein. Die Schraub-Edelstahlschellen sollten von ihrem Durchmesser sehr genau passen. Nachfolgende Tabelle unterstützt bei der Auswahl der besten Schellengrössen.

Stageart Umfang< Durchmesser Volumen bei 180bar (10% Reserve)
80 cuft (11,1 Liter), Alu 580mm 184mm 2040l
10 Liter, Alu 560mm 178mm 1800l
7 Liter, Alu 477mm 152mm 1260l
40 cuft (5,7 Liter), Alu 420mm 134mm 1020l
3 Liter, Alu 348mm 111mm  

Stagekonfiguration

Alle Stages sind immer gleich konfiguriert. Dabei kommen folgende Komponenten zum Einsatz:

  • Stageflasche mit G5/8" Ventil
  • Aluminium Ausführungen
  • Kurzer Finimeter Schlauch (15cm/6“)
  • Rigging Kit mit zwei Edelstahl Boltsnaps (12cm), die min. eine Augengrösse von 1“ aufweisen
  • Geschütze Schraub-Edelstahlschelle
  • Apeks DST 1. Stufe, alternativ Scubapro MK Serie mit drehbarem Mitteldruckabgang
  • Apeks 2. Stufe, alternativ Scubapro MK Serie mit drehbarem Mitteldruckabgang und kleinem Karabiner zum wegclippen z.B. bei Airbreaks
  • 1 Meter langer Schlauch mit G3/8" UNF Anschluss
  • Entsprechende Beschriftung (Label)
  • Sheerwood Rubber Knobs
  • Zwei Gummibänder zum fixieren des Atemreglers
  • Ggf. zusätzlicher Inflatorschlauch als Ersatz-Tariergas und zur externen Einspeisung bei Rebreathern

Anzahl mitgeführter Stages

Anzahl mitgeführter Stages richtet sich nach der Komplexität des Tauchgangs, der Tiefe und Tauchgangsdauer. Als allgemeine Regel muss ein Taucher mit folgender Anzahl Stages sicher umgehen können, wenn er in folgende Tiefen vordringt:

< 50m 1 Stageflasche
50 … 65m 2 Stageflaschen
>65m 3 oder mehr Stageflaschen

Reihenfolge und Tragarten von Stageflaschen

Reihenfolge der Stageflaschen

  • Die verwendete Stage wird immer aussen/oben getragen - Beim Gaswechsel wird die "alte" Stage ganz nach unten umgehängt oder an den Hüft- oder hinteren D-Ring geklippt. Vorteil: Die Tauchpartner erkennen sofort einen Gaswechsel, die Verwechslungsgefahr ist gering.
  • Die Stages werden in der Reihenfolge der Tiefe getragen - Das "tiefste" Gas wird zu unterst getragen, der höchste Sauerstoffanteil ganz oben. Beim Gaswechsel arbeitet man sich von unten nach oben. Kein umhängen der Stages notwendig (z.B. mit Trockenhandschuhen)

Tragarten der Stageflaschen

Über die Tragarten der Stages gibt es grundsätzlich zwei Philosophien:

  • Alle Stages werden Links getragen (2-3 Stk.) der Rest mit Leash hinten angehängt (Vorsicht: Langer Schlauch muss immer frei sein). Dabei ist einwesentlicher Vorteil die Zugänglichkeit zu Ausrüstungsgegenständen mit der rechten Hand und bei der Fahrt mit einem Scooter wird der Wasserstrahl nicht in die Stages auf der linken Seite gelenkt.
  • Rechts = Rich Mixes, Links = Lean Mixes
    • Die (1-2 Stk.) Stages mit hohem Sauerstoffanteil (Dekogase) werden auf der rechten Seite getragen (beim Rebreather die Oxygen-Seite), die Bottom- und Travelgase (1-2 Stk.) auf der Linken. Die Reihenfolge ist nach obigen Regeln variabel. Vorteil: keine extreme einseitige Belastung
    • Die Sauerstoffstage wird auf der rechten Seite getragen (beim Rebreather die Oxygen-Seite), die restlichen Stages (1-3 Stk.) auf der Linken. Die Reihenfolge ist nach obigen Regeln variabel. Vorteil: Ideal für Rebreather kombiniert mit "alle Links" Philosophie, gleichmässigere Lastverteilung

Diverse Bemerkungen

Die Stageflasche wird bei Tauchgangsbeginn immer unter Druck gesetzt, das Ventil bleibt dann aber bis zum Gebrauch geschlossen.

Um Verwechslungen bei mehreren Stages auszuschliessen, werden in den unterschiedlichen Ausbildungsverbänden verschiedene Empfehlungen abgegeben:

  • Farbliche Differenzierung (Deckel der 2ten Stufe, oder Spiralen um die Mitteldruckschläuche)
  • unterschiedliche Mundstücke
  • variable Anzahl grobe Kabelbinder zum Ertasten

 

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