Know-How

Die Sektion Know-How stellt gesammeltes Wissen zum technischen Tauchen und Tauchen allgemein zusammen. Durch die jahrelange Ausbildungstätigkeit sind viele Fragen aufgetaucht und beantwortet worden. Die meisten Antworten sind hoffentlich hier zu finden. Die Inhalte werden jedoch kontinuierlich weiterentwickelt.

Korrekturen und Ergänzungen sind jederzeit willkommen!

Sämtliche Angaben sind ohne Gewähr und Überprüfung auf technische Richtigkeit. Es handelt sich ausschliesslich um eine private Zusammenfassung tauchspezifischer Daten. Fehler können sich, auch bei der gründlichsten Arbeit, immer einschleichen. Der Autor übernimmt keine Verantwortung oder Haftung für Beschädigungen, Unfälle oder Todesfälle, die auf Grund von Informationen aus diesem Nachschlagewerk entstanden sind.

Was heute ‚up-to-date‘ ist, kann bereits morgen wieder veraltet sein. Viele Informationen beruhen auf persönlichen Erfahrungen und haben sich bei Tauchgängen hervorragend bewährt, eine Allgemeingültigkeit kann aber nicht abgeleitet werden.

Tauchen – insbesondere  technisches Tauchen – birgt gewisse Gefahrenmomente, die im schlimmsten Falle sogar zum Tode führen können. Eine fundierte Ausbildung und mitunter jahrelanges Training kann durch kein Buch dieser Welt ersetzt werden.


 

Die Definition von technischem Tauchen

Definition

Wo hört Sporttauchen auf und wo beginnt technisches Tauchen? Diese Frage wird oft aufgeworfen und viel diskutiert. Die Definition ist im Grunde aber ganz einfach:

  • Sporttauchen wird als Nullzeittauchen mit Pressluft oder Nitrox bis maximal 40m Tiefe definiert. Bei Penetrationstauchgängen gilt die Tageslichtzone und lineare Distanz von 40m zur Oberfläche als Grenze.

Zusatzrisiken beim technischen Tauchen

Risiken beim technischen Tauchen

Technisches Tauchen birgt etliche Zusatzrisiken und Gefahren, welche man sich als technischer Taucher bewusst sein muss. Speziell beim Einstieg in diese Art des Tauchens sollte man sich dazu im Klaren sein und die folgend genannten Punkte bedingungslos akzeptieren können.
Die Risiken lassen sich durch fundierte Ausbildung, entsprechende Ausrüstung, körperliche Fitness und Erfahrung auf ein Minimum reduzieren. Aber ganz Ausschliessen kann man sie nie.

Unterkategorien

  • Ausrüstung

    Unter dem Begriff der Tauchausrüstung fasst man die technischen Komponenten zusammen, die es dem Menschen ermöglichen, sich beim Tauchen an die besonderen Gegebenheiten unter Wasser anzupassen. Es sind dies insbesondere Hilfsmittel:
    - zum Sehen unter Wasser
    - zur Versorgung mit Atemluft
    - zum Schutz vor Kälte
    - zur Tarierung
    - zur Orientierung
    - zum Schutz vor Verletzungen durch spitze oder scharfkantige Gegenstände, Steine sowie aquatische Lebensformen wie Korallen, Seeanemonen, Quallen, etc.

    Art und Umfang der verwendeten Geräte variieren dabei mit den Umweltbedingungen und dem beim Tauchen verfolgten Zweck.

  • Rebreather Wissen

    Der Begriff Kreislaufatemgerät, Kreislauftauchgerät oder englisch Rebreather bezeichnet Kreislaufgeräte, die für die Atmung beim Tauchen und als Atemschutzgeräte bei Feuerwehr, Katastrophenschutz, Militär usw. eingesetzt werden.

    Alle Kreislauftauchgeräte haben gemeinsam, dass die Ausatemluft in einem flexiblen Behälter (Gegenlunge) aufgefangen wird. Das Kohlendioxid wird chemisch in einem Atemkalkbehälter (Scrubber) gebunden, und der metabolisierte Sauerstoff ersetzt.

  • Gasmixing

    Gas Blending oder Gas Mixing beschreibt das Füllen der Tauchflaschen mit Gasen wie Nitrox, Trimix und Heliox.

    Das Füllen von Flaschen mit einer Mischung von Gasen birgt Gefahren sowohl dem Füller als auch für den Taucher. Beim Befüllen besteht die Gefahr von Feuer aufgrund von Sauerstoff und dem Risiko einer Explosion durch den Einsatz von Hochdruck-Gasen. Die Zusammensetzung der Mischung muss sicher für die Tiefe und Dauer des geplanten Tauchgangs sein. Wenn die Konzentration von Sauerstoff zu mager ist, kann der Taucher das Bewusstsein durch Hypoxie verlieren  und wenn es zu fett ist kann der Taucher eine Sauerstofftoxizität erleiden. Die Konzentration von inerten Gasen wie Stickstoff und Helium, muss geplant und überprüft werden, um Stickstoffnarkose und Dekompressionskrankheit zu vermeiden.

  • Tauchphysik

    Unter dem Begriff Tauchphysik werden alle Bedingungen der unbelebten Natur zusammengefasst, denen ein Taucher, besonders ein Gerätetaucher, unter Wasser ausgesetzt ist und die sich von denen über Wasser unterscheiden.

    Eine gute Kenntnis der Gesetzmässigkeiten unter Wasser ist die Voraussetzung für gefahrloses Tauchen, weswegen die Tauchphysik zur Grundausbildung gehört. Werden die daraus abgeleiteten Verhaltensregeln missachtet, so steigt das Unfallrisiko deutlich, was bis zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann. Dies gilt nicht nur für den betreffenden Taucher, sondern auch für seine Tauchpartner.

  • Tauchphysiologie

    Die Tauchphysiologie beschäftigt sich mit den Effekten auf den menschlichen Körper durch den Aufenthalt im Wasser und unter Wasser. Von Bedeutung sind hierbei die Einwirkungen der Immersion (= Eintauchen des Körpers in eine Flüssigkeit), die Einwirkung des erhöhten Umgebungsdruck auf Körper und Tauchausrüstung und die Wirkung der Atemgase unter erhöhten Druckbedingungen.

  • Mischgase / Trimix

    Als Atemgas bezeichnet man ein Gasgemisch, das für Atmung mit Druckluftatemgeräten verwendet wird (Atemschutzgeräte der Feuerwehr, Atemregler beim Tauchen). Beim Einsatz von Atemgeräten wird das Atemgas in komprimierter Form in einer Druckluftflasche mitgeführt.

    Während in Atemgeräten ausschliesslich normale Luft zur Anwendung kommt, werden beim Tauchen sowohl im kommerziellen Bereich wie auch zunehmend im gehobenen Sporttauchen Gemische eingesetzt, die zusätzlich zu den Bestandteilen gewöhnlicher Luft noch weitere Komponenten enthalten oder die vollständig anders zusammengesetzt sind.

    Trimix ist ein spezielles Atemgasgemisch aus Sauerstoff, Stickstoff und Helium, das beim technischen Tauchen zum Erreichen grosser Tiefen bis über 100 Metern genutzt wird. Durch die Zugabe von Helium im Atemgas wird der O2- und N2-Partialdruck auf akzeptable Werte angepasst. Die negativen Effekte von Sauerstoff und Stickstoff (Stickstoffnarkose, Sauerstoffvergiftung des ZNS und Dekompressionskrankheiten) werden dadurch verringert.

    Durch die Zugabe von Helium wird eine Sauerstoff-/Stickstoffnarkose weitestgehend unterdrückt, um hiermit Tauchtiefen unterhalb der üblichen Sporttauchergrenze von 40 Metern aufsuchen zu können. Als negative Nebenwirkung kann das High Pressure Nervous Syndrome (HPNS) auftreten, welches durch Helium in Tiefen ab etwa 130 Metern verursacht wird.

  • Dekompression

    Als Dekompression bezeichnet man beim Tauchen die kontrollierte Verminderung des Drucks zur Verhinderung der Dekompressionskrankheit. Die Dekompression wird anhand empirischer Tabellen (Dekompressionstabellen) oder mit Hilfe von Tauchcomputern durchgeführt, die auf einem Dekompressionsmodell basieren. Dabei legen Tauchzeit, Tauchtiefe und weitere Faktoren die Anreicherung von Inertgas (hauptsächlich Stickstoff) im Körper und somit die benötigte Dekompressionszeit fest. Die Dekompression geschieht in der Regel in Stufen (Dekompressionsstopps) abnehmender Tiefe und verschiedener Dauer.

  • Tauchgangsplanung

    Ein guter Tauchgang will auch entsprechend gut geplant sein, damit er ein schönes und sicheres Erlebnis wird. Dies gilt ganz besonders dann, wenn man nicht nur mit einem Tauchpartner sondern in einer Gruppe von Tauchern oder mit Oberflächenunterstützung unterwegs ist.

  • Prozeduren

    Beim Tauchen gibt es ganz viele standardisierte Prozeduren für die Durchführung eines Tauchgangs oder im Umgang mit spezieller Ausrüstung.

  • Notfallverfahren

    Beim Tauchen gibt es nebst standardisierten Prozeduren für die Durchführung eines Tauchgangs auch welche für das richtige Handeln im Notfall. Nur korrekt erlernte und regelmässig trainierte Abläufe helfen im Notfall Leben zu retten.

  • Fitness

    Einer der schwierigsten Fragen beim Einstieg ins technische Tauchen ist die körperliche Fitness. Technisches Tauchen ist physisch anspruchsvoll und verlangt nach überdurchschnittlicher Fitness und Beweglichkeit.

    Wie viel über dem Durchschnitt ein Tek-Taucher sein muss wird heiss diskutiert. Es beginnt bei guten Triathlonleistungen und endet bei "solange man auf dem Bootsdeck herumlaufen kann mit genügend Körperkontrolle um die Zigarette im Aschenbecher auszurücken und das Bier hinzustellen bevor es ins Wasser fällt".

    Zwischen diesen Extremen liegt die Wahrheit.