Tauchflaschen

Modifizierter Originaltext/Bilder von Wilke Reints

Doppelflaschen zum technischen TauchenIn den Flaschen transportieren Taucher das beim Tauchgang benötigte Atemgas.
Im technischen Tauchen werden oft auf Grund der Einsatztiefen und -zeiten mehrere Flaschen mit  unterschiedlichsten Gasgemischen. Für den Einsatz solcher Gasgemische müssen die Tauchflaschen entsprechend ausgelegt und vorbereitet sein.

 

 

 

 

 

 

 

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Vorsicht: Flascheninhalt

SauerstoffbrandDie grösste Sorgfalt muss bei der Anwendung von sauerstoffreichen Atemgemischen angewandt werden. Sauerstoff fördert die Verbrennung und neigt unter höheren Drücken in Kombination mit Reibungswärme zur Verbrennung evt. vorhandener Fette oder Öle die sich in der Taucherflasche (z.B. am O-Ring) befinden.
Daher gilt bei dem Umgang mit Sauerstoff, dass alle dafür verwendeten Tauchflaschen sauerstoffrein sein müssen. Fett, die mit sauerstoffreichen Gasgemischen in Berührung kommen, müssen zudem mit sauerstoffverträglichem Fett behandelt werden. Herkömmliches Fett kann sich selbst entzünden, was mit einem Abreissen des Flaschenventils enden kann.

 

Doppelgeräte

Beim technischen Tauchen werden meistens Doppelgeräte verwendet, denn diese bieten echte Redundanz bei Ventil- oder Atemreglerproblemen.

Edelstahlschellen für DoppelgeräteDie Doppel 12er, abgekürzt als D12, kann man als "Standardflasche" bezeichnen. Hierfür werden zwei zwölf Liter Flaschen über Edelstahlschellen miteinander verbunden. Die Position der Schellen bestimmt Position der Ventile und ist massgebend im Bezug auf deren Erreichbarkeit und guten Trimm des Tauchers. Damit die Flaschenventile gut erreichbar sind und die Lage im Wasser gut ist, wird die obere Schelle bis an den Beginn der Flaschenschulter hochgeschoben und dort befestigt. Die Position der unteren Schelle ergibt sich dann aus dem Abstand der Löcher in der Backplate.

Gewindestangen für DoppelgeräteAn den Edelstahlschellen befinden sich Gewindestangen, mit denen das Flaschenpaket an die Backplate geschraubt wird. Deshalb haben sie einen Abstand, der dem der Löcher in der Backplate entspricht (normalerweise 28 cm bzw. 11 inch).


Edelstahlschelle vs. Bibo-Kit

Es kommen ausschliesslich Edelstahlschellen zum Einsatz. Das ebenfalls verbreitete Bibo-Kit wird über Gurte und Plastikkeile zusammengesetzt und fixiert entsprechend die Flaschen. Bibo-KitLeider ist es mit diesem Kit kaum möglich die Flaschen wirklich parallel zu montieren, hierdurch wird die Brücke überdimensional stark belastet. Dadurch kann sie brechen oder die O-Ringe undicht werden, was zu einem enormen Gasverlust während dem Tauchgang führt.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Montage des Bibo-Kits an ein Wing Jacket einen sehr hohen Abstand zwischen dem Taucher und den Ventilen schafft. Es ist nahezu unmöglich seine Ventile zu erreichen, wenn man ein Bibo-Kit einsetzt. Leider ist dies mechanisch auch nicht zu ändern.

 

Optimale Gerätegrössen

Neben der D12 kommen für Flachwassertauchgänge auch noch Doppel 7er (D7) Flaschen zum Einsatz. Diese entsprechen der gleichen Konfiguration wie eine D12.

Doppel 18er oder Doppel 20er kommen meist nur für Tauchgänge in Frage, die deutlich Tiefer sind oder sehr lange Grundzeiten aufweisen. Oft wird versucht das Tragen der D18/D20 zu vermeiden, weil der Taucher an Land eher unflexibel ist und aufgrund des Gewichtes nicht mehr in der Lage ist kurze Strecken zu gehen, geschweige denn durch schweres Gelände (Böschung, Steilufer etc.) zum Einstieg zu gelangen. Um aber trotzdem nicht auf die Sicherheit der Gasmengen verzichten zu müssen werden bevorzugt so genannte "Bottom Stages" mitgeführt.
Andere Flaschengrössen sind aufgrund ihrer Dimensionen und Gewichtsverteilung nicht für optimalen Trim geeignet.

FlaschenbrückeBei Doppelgeräten werden die zwei Flaschen mit einem H-Ventil in Kombination mit einer absperrbaren Brücke, deren Ventil in die Richtung des Tauchers gebogen wird, verbunden.

 

 

 

 

Monoflaschen

Monoflaschen sind in einigen Situationen sicher auch nicht zu vermeiden, jedoch sollten solche Konfigurationen ausschliesslich für Tauchgänge eingesetzt werden, bei denen nur sehr geringe Dekompressionspflichten auftreten, die geringe Gasmenge und entsprechend fehlende Sicherheitsreserven machen Monoflaschen daher zum idealen Begleiter für "Fun-Tauchgänge" im Urlaub.
Werden Monoflaschen eingesetzt, sollten diese ein Volumen von 11 bzw. 12 Litern nicht unterschreiten.  In tropischen Gebieten haben die geliehenen Flaschen üblicherweise ein Ventil mit nur einem Abgang, an dem nur ein Lungenautomat angeschlossen werden kann.
Bei flacheren Tauchgängen in warmem Wasser reicht das normalerweise aus. Taucht man in kälteren Gewässern, so wird ein Ventil mit Doppelabgang (Y- oder Z-Ventil) verwendet, an das man zwei Lungenautomaten anschliessen kann. Beide Abgänge können getrennt von einander geschlossen werden, wenn zum Beispiel ein Lungenautomat abblasen sollte.

 

Flaschenmaterial

Tauchflaschen werden aus Stahl, Aluminium oder Composit (Kohlefaser-Verbundmaterialien) hergestellt. Je nach Material haben die Flaschen unterschiedliche Eigenschaften.

Für Rückengeräte werden fast ausschliesslich 200bar bzw. 230bar Stahlflaschen verwendet, da sie auf Grund ihrer Eigenschaften (preiswert und ca. 13kg/Flasche (12er) schwer) zum Tauchen mit Trockentauchanzug gut geeignet sind. Aluminiumflaschen haben auf Grund ihrer Eigenschaften (leicht) häufig beim Tauchen mit Nassanzug Vorteile. Compositflaschen sieht man recht selten, da sie sehr teuer sind und mehr Nachteile als Vorteile bringen.

 

Thema Flaschenfuss

Flaschen aus Stahl haben einen runden Boden, stehen also nicht von alleine. Bei Monoflaschen verwendet man deshalb einen Flaschenfuss aus Gummi als Standfuss (obwohl man Flaschen ja eigentlich immer hinlegen sollte). Bei Doppelgeräten verwenden technische Taucher diesen Standfuss aus folgenden Gründen nicht:

  • Doppelgeräte muss man immer anlehnen, dabei stehen sie ohne diesen Fuss stabiler
  • bei einigen Doppelgeräten kann man kein V-Weight benutzen, wenn Füsse montiert sind
  • zwischen den Füssen bei Doppelgeräten kann sich Leine verfangen
  • ohne Flaschenstandfüsse kommt man besser an den hinteren D-Ring

Es gibt auch Leute die behaupten, ohne Standfüsse sei das Tauchgerät stömungsgünstiger. Naja, wenn sie meinen...

 

Flaschenbeschriftung

Flaschen sind entsprechend zu beschriften. Da sich viele technische Taucher zum verwechseln ähnlich sehen und trotzdem eine Unterscheidung unter Wasser erreichen zu können, werden am Flaschenende der Doppelflasche die Initialen des Eigentümers aufgebracht.
Es eignen sich Klebebeschriftungen oder das Aufbringen mittels Acryllack und Farbschablonen. Details dazu siehe Flaschenbeschriftung.

 

Mindestanforderungen für Tauchflaschen

Als Mindestvoraussetzungen für die Flaschen gilt folgendes:

  • In den Flaschen müssen sauerstoffverträgliche Materialien eingesetzt werden (O-Ringe)
  • Die Flaschen selber müssen vollständig sauerstoffrein sein
  • Flaschen werden ausschliesslich mit Edelstahlschellen verbunden
  • Es wird immer eine absperrbare Brücke eingesetzt, die radial dichtet
  • Es werden vorzugsweise keine Standfüsse eingesetzt
  • Flaschen werden zur Identifizierung mit den Namenskürzeln gekennzeichnet
  • Enthaltene Gasgemische werden an der Flasche mittels "Tag" notiert

 

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