Hauptlampe

Modifizierter Originaltext/Bilder von Wilke Reints

LED Tanklampe von Light-MonkeyDie Beleuchtung ist eines der wichtigsten Merkmale einer Tauchausrüstung. Die Lampen, die während des Tauchganges mitgeführt werden, dienen zum Ausleuchten der Umgebung und zur Kommunikation mit dem Tauchpartner. Hat man sich erst einmal an die Kommunikation über den Lichtkegel gewöhnt, kann man auf einen Grossteil der Handzeichen verzichten. Ersatzlampen bzw. Backuplampen ermöglichen im Notfall eine Ausleuchtung der Umgebung falls die Hauptlampe ausfallen sollte.

Lampen existieren in den unterschiedlichsten Formen. Im Bereich des technischen Tauchens werden ausschliesslich Tanklampen eingesetzt. Bei dieser Form der Lampe ist der Akku von dem Leuchtmittel getrennt. Dies erlaubt dem Taucher den Akkutank dort zu platzieren, wo er nicht stört. Das Leuchtmittel hingegen ist leicht und kann auch über längere Zeiten hinweg auf der Hand gehalten werden. Der externe Akkutank mit grosser Kapazität gewährleistet lange Brennzeiten und hilft den "langen Schlauch" ausreichend gut zu verstauen.

Einige Anforderungen und Eigenschaften der Hauptlampe sind Folgende:

  • Die Brenndauer der Hauptlampe muss immer mindestens für die Länge des gesamten Tauchganges ausgelegt sein, vorzugsweise die doppelte Tauchgangsdauer. 5h Brenndauer erweisen sich für den grossteil der Taucher als völlig ausreichend.
  • Der Akkutank wird rechts auf den Bauchgurt geschoben und durch eine Bleigurtschnalle, vorzugsweise aus Edelstahl, fixiert
  • Der Lampenkopf mit dem Leuchtmittel wird an einem verstellbaren sog. Goodman-Handle befestigt
  • Der Lampenkopf ist idealerweise frei fokussierbar, bei nicht fokussierbaren Lampenköpfen muss der Abstrahlwinkel 6° oder kleiner sein um eine ausreichend klare Kommunikation unter Wasser zu ermöglichen
  • Am Goodman-Handle wird rechts ein Karabiner montiert um die Lampe am rechten Brust-D-Ring zu verstauen
  • Die Kabellänge ist so bemessen, dass sich keine Schlaufen bilden wenn die Lampe in der linken Hand gehalten wird
  • Es werden E/O-Cords eingesetzt um unter Wasser Lampenköpfe wechseln zu können, dazu gehört auch der Einsatz von +12VDC Betriebsspannung
  • Der Ein/Aus-Schalter befindet sich vorwiegend am Akkutank. Lampen, welche am Kopf ein- und ausgeschaltet werden, lassen meist einen einfachen Wechsel des Lampenkopfes durch Umstecken des E/O-Cords nicht zu
  • Die Lampe ist bis 150m wasserdicht
  • Die Abstrahlung sollte eine Lichtstärke von mindestens 800...1000 Lumen betragen, die Farbtemperatur ca. 6500 Kelvin (Tageslichtweiss)
  • Der Stromverbrauch sollte 2,0A nicht überschreiten
  • Der Abtrieb im Wasser sollte so wenig wie möglich, maximal 500g, sein

Lampentypen

Im technischen Tauchen haben sich die HID Lampen weitestgehend etabliert, diese Technologie erlaubt eine wesentlich höhere Lichtausbeute im Vergleich zu konventionellen Halogenlampen. Neben den HID Brennern setzt sich auch die LED Technik durch. Die Vorteile dieser Technik liegen klar auf der Hand: Unempfindlicher, kleinere Bauarten und längere Leuchtzeiten.

Allerdings sind sowohl bei LED als auch bei HID Lampen immer spezielle Elektronikbauteile erforderlich, die eine mögliche Fehlerquelle darstellen. Letztlich ist man aber bereit das Risiko dieser zusätzlichen Fehlerquelle einzugehen, weil die höhere Lichtausbeute und längere Brenndauer zusätzliche Sicherheit geben und ein Elektronikausfall eher selten zu befürchten ist. Eine geringe Anzahl Elektronikbauteile erhöht die Zuverlässigkeit gegenüber einer vielzahl von Features einer Lampe.

Tragart

Das Tragen des Akkutanks am Bauchgurt ist gängiger Standard. Erstens kann der unförmige Akkutank so sehr gut und "unstörend" am Harness befestigt werden, Zweitens eignet sich der leichte Lampenkopf in Kombination mit einem Goodman-Handle hervorragend für längere Tauchgänge ohne Ermüdungserscheinungen der Hand bzw. des Armes hervorzurufen. Der Goodman-Handle sorgt ausserdem dafür, dass die Lampe auf dem Handrücken getragen werden kann, der Taucher hat somit die Handinnenflächen frei und kann mit der Hand nahezu uneingeschränkt seine Ausrüstung bedienen. Ein weiterer Grund für Tanklampen ist, dass eine verbesserte Schlauchführung des "langen Schlauches" ermöglicht wird.
Der Lampenkopf wird vorzugsweise in der linken Hand getragen, damit die rechte Hand, die "Arbeitshand" frei bleibt. Die Instrumente werden links getragen und können so einfach angeleuchtet werden. Zudem kann beim scootern die Umgebung frei ausgeleuchtet werden, da der Scooter ebenfalls mit der rechten Hand gesteuert wird.

Lampenkopf

Ein fokussierbarer Lampenkopf ermöglicht ein situatives einstellen des Ausleuchtungsfeldes und kann auf die jeweiligen Bedingungen unter Wasser angepasst werden. Lampen die einen starren und vor allem zu weiten Fokus bieten, erzeugen auf dem Boden keinen klaren Punkt und erschweren ungemein eine effektive Kommunikation, daher ist unbedingt auf eine Fokussiermöglichkeit unter Wasser zu achten, ist dies nicht möglich, muss der Abstrahlwinkel sehr gering sein, stellen dabei den maximal tolerierbaren Winkel dar - dies ist speziell bei LED Lampenköpfen zu beachten.

Karabiner am Goodman-HandleDamit die Lampe effektiv verstaut werden kann, wird am Goodman-Handle ein kleiner Karabiner oder ein Shockloop mit Doppelender befestigt. Am hinteren Ende der Lampe wird zudem ein Shockloop befestigt. Beide Befestigungsmöglichkiten dienen dazu den Lampenkopf am rechten Brust-D-Ring einzuhaken und entweder automatisch nach vorne oder den Arbeitsbereich unter dem Taucher auszuleuchten.
Tekna Messer am Goodman-HandleVorzugsweise wird am Goodman-Handle auch ein kleines, scharfes Messer z.B. von Tekna befestigt. Dieses Ersatzmesser ist in nahezu jeder Situation gut erreichbar.

Lampenkabel und Dichtung

Wird das Kabel der Lampe beim Verstauen nicht unter den Bauchgurt geschoben, bildet sich zwangsläufig eine Schlaufe die im Weg ist. Diese Schlaufe ist immer zu vermeiden, daher wird die Lampe, wenn sie nicht verwendet wird immer korrekt verstaut, in dem das Lampenkabel ordentlich unter dem Bauchgurt und dem "langen Schlauch" geschoben wird.

Bauartbedingt sollte die Lampe so ausgelegt sein, dass ein zunehmen des Umgebungsdrucks die Dichtung der Lampe verstärkt, auf diese Art und Weise sind Tiefen bis über 150m möglich.

E/O-Cords als LampenkabelE/O-Cords nahezu Pflicht. Diese Stecker erlauben ein Stecken der Verbindung zwischen Akkutank und Lampenkopf. Dies bietet den unschätzbaren Vorteil, dass der Lampenkopf sowohl über als auch unter Wasser gewechselt werden kann. Auch lassen sich z.B. in der Dekompressionsphase alternativ eine Heizweste an den Akkutank anschliessen. Wichtig: Unbedingt beim anstecken anderer Lampenköpfe auf die elektrischen Eigenschaften des Kopfes achten, die kompatibel sein müssen.

 

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