Dosierung bei Kreislaufgeräten

Aufgrund ihrer Dosierung werden Kreislaufgeräte noch etwas detaillierter unterschieden. Die Art der Dosierung wird dazu meist dem Gerätetyp vorangestellt z.B. elektronisch = eCCR, manuell = mCCR, hypride (mCCR + eCCR) = hCCR, ...

Manuelle Dosierung

Urform der Kreislaufgeräte: Verbrauchtes Atemgas wird durch manuelle Regelung mit einem Gasventil ersetzt. Praktikabel nur bei Sauerstoffkreislaufgeräten.

Passiv (p)

Laufender Zusatz eines sauerstoffhaltigen Atemgasgemisches zum Atemkreislauf mit dem Ziel, das Gasgemisch trotz Verbrauchens atembar zu halten. Oft mit Tiefenregelung (Tiefenkompensation) eingesetzt.

Tiefenkompensation

Darunter versteht man eine zusätzlich bei konstantem Gaszusatz oder seltener bei der Volumensteuerung eingebrachte (mechanische) Steuerung, die den Gasverbrauch in größerer Tiefe bzw. ein gewünschtes, unterschiedliches Gemisch berücksichtigt und über eine automatische Tiefensteuerung oder manuelle Umschaltung geregelt wird.
Auch ein Wechsel des Gasgemisches sowie des Scrubbers bzw. des Kreislaufes selbst ist bei manchen Geräten als Teil der Tiefenschaltung vorgesehen.
Dieses Prinzip findet sich in den alten russischen IDA-Rebreathern.

Mechanisch/aktiv (volumengesteuert)

Eine weitere frühe Form war das volumengesteuerte Sauerstoff-Kreislaufgerät. Verringert sich das Gasvolumen in der Gegenlunge (durch Verbrauch oder Druckerhöhung), wird bei der Volumensteuerung ein Ventil betätigt und Sauerstoff bzw. Atemgas eingeleitet. Die Steuerung bedingte eine oft aufwändige Mechanik und war etwa bei Feuerwehr- oder Bergbaugeräten üblich, beim Tauchen aber eher nicht.

Elektronische Regelung (e)

Der Sauerstoffgehalt (Partialdruck) des Atemgases wird mit Sensoren überwacht. Über ein oder mehrere elektronisch gesteuerte(s) Magnetventil(e) wird Sauerstoff, Inertgas oder Gemisch eingeleitet, so dass der vorher eingestellte Partialdruck des Sauerstoffs konstant gehalten wird. Somit ändert sich der prozentuale Sauerstoffanteil des Atemgases in Abhängigkeit von der aktuellen Tauchtiefe.

Historisch sind die Todesfälle mit dem ersten Typgerät dieser Art, der amerikanischen ElectroLung, zu nennen. Ursache war allerdings fehlender bzw. verbrauchter Atemkalk. Mit ausreichender Schulung und Wartung können auch diese technisch aufwändigen Geräte mittlerweile als weitgehend ausgereift bezeichnet werden.

Manuell taucherkontrolliert (m)

Eine weitere bei geschlossenen Kreislauftauchgeräten verbreitete Methode der Sauerstoff-Anreicherung folgt dem KISS-Prinzip (Keep it simple and stupid). Die ersten Geräte wurden von Gordon Smith († 2007) entwickelt und gebaut, der nach diesem allgemeinen Entwicklungsprinzip auch seine Firma und die Geräte benannte.

Bei KISS-Geräten oder z.B. auch dem rEvo wird meist über eine Düse reiner Sauerstoff in „metabolischer“ Rate (0,8 Liter/min) konstant dem Kreislaufsystem zugeführt. Bei erhöhtem Bedarf, etwa bei Anstrengung, kann vom Taucher manuell (per Hand) weiterer Sauerstoff zugegeben werden. Die Sauerstoffkonzentration wird über Sauerstoffsensoren ermittelt und dem Taucher angezeigt.

Chemisch

Der Scrubber enthält einen Stoff, der bei der Bindung von Kohlendioxid im gleichen Masse Sauerstoff freisetzt. Da diese chemischen Reaktionen von der Betriebstemperatur abhängig sind und deshalb eine ausreichende Sauerstoffversorgung nicht garantiert ist, haben sich diese prinzipiell möglichen Geräte nicht durchgesetzt.

Cryogen

Durch Abkühlung und Gasverflüssigung werden CO2-Bestandteile der Atemluft abgeschieden und (flüssig) ausgelagert. Sauerstoff wird aus einer cryogenen Flüssigsauerstoffquelle zugesetzt. Die Funktion selbst wurde mit einem Testgerät nachgewiesen, erwies sich allerdings als verbrauchs- und temperaturabhängig. Es erfolgte bisher kein praktischer Einsatz.

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